Woher kommt der Konfirmandenunterricht?

In manchen Gemeinden nennt man ihn "Konfus". Andere sagen dazu "KU". In Hude sagt man "Katte". Und diese Bezeichnung erinnert daran, wo der Konfirmandenunterricht herkommt. Die ersten Jahrhunderte des Christentums waren dadurch geprägt, dass die meisten Menschen weder lesen noch schreiben konnten. So waren sie davon abhängig, dass andere ihnen erzählten, was in der Bibel steht. Sie konnten nicht überprüfen, was ihnen erzählt wurde und waren abhängig vom Urteil anderer.

Als Martin Luther mit seiner Kirche stritt, ob der Kauf von Ablassscheinen zum christlichen Glauben gehöre, berief er sich immer wieder auf die Bibel. Die Lektüre der Bibel hatte ihm ein eigenständiges Urteil ermöglicht. Seiner Überzeugung nach, sollte jeder Christ in der Lage sein, durch Lesen der Bibel zu einem eigenen Urteil zu kommen. Für Luther galt hier das Priestertum aller Gläubigen: "Was aus der Tauf gekrochen ist, das kann sich rühmen, dass es schon zum Priester, Bischof oder Papst geweiht sei."

Mit anderen Worten: Ein Christ braucht kein Lehramt, das ihm erzählt, was er glauben soll, wenn er selbst lesen kann. Darum war Schulbildung für ihn ein großes Ziel. Hierzu gehörte, dass Luther dazu aufforderte, alle Christen im Glauben zu unterweisen. Damit sie sich über den Glauben informieren konnten, verfasste er 1529 den "Kleinen Katechismus". Den sollten alle Christen lernen. Diese Lernenden nennt man in der Kirche seit alters her Katechumenen. Daher kommt das Wort "Katte".

Über viele Jahrhunderte hieß Katechumenenunterricht Auswendiglernen des Kleinen Katechismus. Ältere Menschen können sich noch dran erinnern, dass sie Glaubensbekenntnis, Vaterunser, Zehn Gebote mit Luthers Erklärungen lernen mussten. Die begannen stets mit den Worten "Was ist das?" Heute steht Auswendiglernen nicht mehr im Mittelpunkt des Katte. Doch junge Menschen zu mündigen Christen heranzubilden, die sie sich ein eiggenständiges Urteil bilden können, bleibt unser oberstes Ziel.

rb