Das Altarbild

Das Huder Altarbild besteht aus 24 einzelnen vollplastischen Darstellungen des Lebens- und Leidensweges Jesu. Der beginnt unten links mit der Szene der Verkündigung der Geburt Jesu und endet oben rechts mit dem Pfingstereignis mit Maria als zentraler Figur.

 

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Der Ursprung des Altarbildes ist dunkel, doch haben dendrochronologische (wissenschaftl. Zuordnung von Jahresringen im Holz zu bestimmten historischen Jahren) Untersuchungen ergeben, dass das Altarbild um 1300 entstanden sein muss. Es ist aus dreieinhalb großen Baumplatten, die zusammengefügt worden sind, in einem Stück geschnitzt. Stilistisch knüpft es stark an die Reliefs im Reliquienschrein des Benediktinerklosters in Cismar (Holstein) und an ähnlich umfangreiche Buchdarstellungen (biblia pauperum = Bibel für die Armen, d.h. Analphabeten) an. Auffällig ist, dass die sonst für Retabel übliche zentrale Christusdarstellung (meistens Kreuzigungsszene) fehlt. Dies bestätigt die vermutete Absicht, dass es ursprünglich vor allem um eine lehrhafte Vollständigkeit ging. Damit passt das Altarbild ausgezeichnet in die Elisabeth-Kirche mit seiner Funktion besonders für die Laien. Wahrscheinlich ist es genau für diesen Ort gefertigt worden.

Text: R. Backenköhler, Ev.-luth. Kirchengemeinde, © 2005
Fotos: Manfred Gentsch © 2009