St. Elisabeth-Kirche

Da die Klosterkirche (jetzt Ruine) nur den Mönchen zugänglich war, entwickelten sich im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts Torkapellen. Sie dienten als Laienkapellen, besonders für Frauen und Arme, und waren zugleich in den Begrüßungsritus an der Pforte eingebunden, indem man sich vor Betreten des Klosters zum Gebet in die Torkapelle begab.

Die St. Elisabeth-Kirche ist stilistisch eng mit der Klosterkirche verbunden: gotische Kapelle aus Klosterformatsteinen und Formsteinen in den Fensterlaibungen; Fenstermaßwerk aus Formsteinen; am Ostgiebel fünfgliedrige Blendarkade mit gotischen Spitzbögen; im Innern dreifaches Kreuzrippengewölbe; Wände und Gewölbe mit Muschelkalk verputzt.

An der Torkapelle findet man noch im Eingangsbereich einen großen Blendbogen (Arkade), der auf einen Arkadenvorhof hindeutet, in den ein Außen- und ein Innentor mündeten. Ob dieser Vorhof überdacht war, lässt sich heute nur schwer rekonstruieren. An der der Kirchentür gegenüberliegenden Seite dieses Vorhofs befand sich das Pförtnerhaus, in dem der Pförtnermönch, meist ein älterer und erfahrener Mönch, wohnte.

Die Funktion der Torkapelle lässt sich noch bis zum heutigen Tage in den für den deutschen Raum einzigartig vollständigen erhaltenen Malerein und Schnitzerein betrachten. Da Laien im Mittelalter in der Regel nicht des Lesens und Schreibens kundig waren, verzichteten die Huder Mönche auf das zisterziensische Darstellungsverbot von Mensch und Tier, um auf bildhafte Weise den Menschen die Botschaft der Bibel und die Heiligengschichten nahezubringen.

R. Backenköhler, Ev.-luth. Kirchengemeinde, © 2005