Elisabeth und die Kirche in Hude

Bild: Die Huder Elisabeth, links die mittelalterliche Originalschrift, rechts das von den Restauratoren nachempfundene Gesicht

St. Elisabeth-Kirche zu Hude
Jahrhunderte lang hieß sie nur "Huder Kirche". Eigentlich muss man es gewusst haben, dass dies nicht ihr richtiger Name sein kann, denn Kirchen aus dem Mittelalter haben fast immer einen Namenspatron, dem die Kirche geweiht ist. Dieser Zweifel am Kirchennamen hat dann dazu geführt, dass man sie einige Jahrzehnte St. Georgs-Kirche nannte, weil sie eine Georgsfigur beherbergte (heute in der Pastorei). Doch auf den zweiten Blick musste klar sein, die Georgsfigur entstammt aus dem späten 15. Jahrhundert und die Kirche aus dem frühen 14. Jahrhundert; wenn die Huder Kirche St. Georgs-Kirche geheißen hätte, wäre die Figur viel später angefertigt worden.

Der wahre Name schlummerte schon seit Jahrhunderten in den Urkunden des Huder Zisterzienserklosters. In der Klosterurkunde vom 26.11.1330 wurde beglaubigt, dass Winand von Lintlo auf seine dem Kloster verkauften Ländereien verzichtet, dieser Rechtshandel wurde coram nobis in capella beate Elisabeth ante portam in Huda getätigt: d.h. auf Deutsch: "in der Kapelle der glückseligen Elisabeth vor der Pforte in Hude." Diese Urkunde war seit 1928 sogar im Oldenburger Urkundenbuch veröffentlicht, doch dauerte es noch ein paar Jahrzehnte, bis diese Kenntnis nach Hude gelangte. Das geschah erst 1964 durch den Lehrer Karl Lührmann. Seitdem hat die Huder Kirche wieder ihren ursprünglichen Namen, St. Elisabeth-Kirche. Doch wer war sie, nach der unsere Kirche benannt worden ist und deren 800. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern?

R. Backenköhler