Die Glocken der Ev.-luth. Kirchengemeinde Hude

In unserer Kirchengemeinde sind sechs verschiedene Glocken zu hören. Sie sind unterschiedlichen Alters und Herkunft und können ganz besondere Geschichten erzählen.

Die ältesten Glocken
Die Glocken der St. Elisabeth-Kirche läuten im kleinen Glockenturm auf dem Dach der Kirche. Die älteste Glocke ist von 1488 und wurde von Goteke Klinghe aus Bremen gegossen. Ursprünglich hing sie im Dachreiter über der Klosterkirche, der heutigen Ruine. Wenn sie läutet, dann können wir also eine Glocke hören, wie sie vor 528 Jahren schon geklungen hat. Die zweite Glocke der St. Elisabeth Kirche stammt ursprünglich von 1528, folglich auch noch aus der Zeit des Klosters. Da sie aber 1770 gesprungen ist, wurde sie am 6.10.1780 von Johann Philipp Bartels II. in Bremen umgegossen.

Die Glocke mit dem weitesten Weg
Vor der neuen Friedhofskapelle steht der ehemalige Glockenturm aus Lintel. Es ist beabsichtigt, in absehbarer Zeit beide dort befindlichen Glocken wieder läuten zu lassen.

Neben einer Eisenglocke, deren Herkunft unbekannt ist, hängt die Glocke, die den weitesten Weg zurückgelegt hat. Sie ist von 1748 und hat fast zwei Jahrhunderte in Liegnitz im Kreis Bunzlau geläutet. Diese Glocke ist wie viele andere von den Flüchtlingen aus Schlesien als ein Stück Heimat mitgebracht worden. Sie lässt damit ein besonderes Stück unserer Geschichte erklingen und erinnert uns daran, dass viele Huder Vertriebene und Flüchtlinge gewesen sind.
rb

Die größten Glocken
Mit dem Gewicht von einer halben Tonne (503 Kg) hängt im Glockenturm beim Martin- Luther Gemeindehaus die schwerste und größte Glocke Hudes. Zusammen mit ihrer Schwesterglocke (283 Kg) ist sie 1958 von der Glockengießerei Rincker gegossen worden. In jenem Jahr sind beide Glocken in einem festlichen Umzug durch die Waldstraße überführt worden. (Foto unten) Heute laden die Glocken viele Huder zum Kindergottesdienst, Jugendgottesdienst, Seniorengottesdienst und zu vielen Taufen ein.

Eine neue Läuteordnung
Neben dem Läuten zu den Gottesdiensten sind die Huder Glocken zu den verschiedenen Tageszeiten zu hören. Im September hat sich der Huder Gemeindekirchenrat mit dem Tagesgeläut befasst. So wie viele Gebäude zum besonderen Gesicht eines Ortes gehören, so tragen alle Glocken dazu bei, dass Orte auch einen eigenen Klang haben. Da sich aber Lebensgewohnheiten ändern und damit auch der Tagesrhythmus der Menschen, hat der Gemeindekirchenrat eine neue Läuteordnung beschlossen. Er hat sich dafür entschieden, im Wesentlichen die Läutezeiten beizubehalten. Das Läuten im Tagesablauf soll auch künftig dreimal am Tag zum Innehalten einladen. Geändert wurden die Läutezeiten am Morgen. So wird künftig in der St. Elisabeth- Kirche und beim Martin-Luther- Gemeindehaus morgens erst um acht Uhr für drei Minuten geläutet (bisher sieben Uhr). Samstags und sonntags gibt es kein Morgengeläut. Das Geläut zur Mittagszeit um 12 Uhr und das Abendgeläut um 18 Uhr wird beibehalten. Die neue Läuteordnung beginnt mit dem neuen Kirchenjahr, also am ersten Sonntag im Advent.
rb