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Schöne Wörter – Mittwoch, 25.März 2020

Humor

Die Wochenmitte ist erreicht, und damit ist es Zeit für ein bisschen Humor. Es ist richtig, die Krise ist ernst. Die Situation ist weltweit und bei uns in Deutschland für viele Menschen ernst. Das ist zu sehen an der Nachrichtenlage und an den leeren Straßen. Beim Einkaufen machen wir inzwischen einen Bogen umeinander und kaum noch den Mund auf, um auch nur zu lächeln. Trotzdem ist es wichtig, dass wir den Humor und das Lachen nicht verlieren.

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. In dieser Redewendung stecken Trotz und Widerstand. Diese allgemeine Formulierung sagt gerade dadurch viel aus, dass sie nicht benennt, wem oder was zu trotzen ist. Die Allgemeinheit macht den Satz so gültig. Denn Humor hilft dabei, Angst zu besiegen. Darum blüht der Witz in Zeiten von Bedrohung – auch eine Form von Frühling. So wie jetzt, wenn von Piloten im Homeoffice erzählt, Fotomontagen mit dem Smartphone verschickt und umgedichtete Liedtexte gesungen werden. Ich kann darüber lachen und weiß: Lachen verbindet.

Echter Humor ist nicht Schadenfreude und überschreitet auch die Grenze zur Geschmacklosigkeit nicht. Die vielen Witze über Hamsterkäufe nehmen nicht Menschen, sondern ihr Verhalten aufs Korn. Darüber zu lachen befreit von der spürbaren Anspannung. Lachen ist gesund!

Sogar die Bibel ist viel lustiger als man meinen könnte. Im 4. Buch Mose beispielsweise (Kapitel 22) ist ausgerechnet eine Eselin klüger als der Prophet Bileam. Das ist keine Nummer für einen Comedian, aber eine urkomische Erzählung und nur eins von wirklich vielen Beispielen. Dass Jesus gelacht hat, wird im Neuen Testament zwar nicht berichtet, aber es ist kaum vorstellbar, dass er das NICHT getan hat – schlagfertig wie er war.

Werden wir also wie die Kinder. Die lachen vierhundertmal am Tag. Erwachsene nur zwanzigmal. Ist das nicht traurig?

Ihre Pastorin Birte Wielage