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Tägliche Impulse – Mittwoch, 08. April 2020

Herzklopfen 

Das Herz schlägt schneller. Immer dann, wenn es aufregend wird: vor einem wichtigen Termin, vor Prüfungen, bei akuter Verliebtheit und spannenden Filmen. Heute, am Mittwoch der Karwoche, machen die biblischen Geschichten eine Pause, aber die Spannung steigt. Vor der Dramatik der Ereignisse am Gründonnerstag und, mehr noch, am Karfreitag steigt die Pulsfrequenz in den Berichten.

Kaum zu glauben, dass Jesus alles, was ihm angetan wurde, ruhig und gelassen hingenommen hat. Nur seine verzweifelten Gebete lassen uns etwas von seiner Angst spüren. Im Garten Gethsemane wird er bitten: „Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir“ – und ergänzen: „doch nicht, was ich will, sondern was du willst“. (Markus 14,36)

Sogar in größter Not verlässt er sich weiter auf den Willen, Plan und Beistand seines Vaters im Himmel. Mit klopfendem Herzen spürt er in all seinem Leid dessen Liebe.

Es gibt unendlich viele Liebeslieder. Sie handeln von menschlicher Liebe. Manchmal stelle ich mir vor, dass das Ich und das Du in diesen Liedern der Mensch und Gott sind. Das funktioniert manchmal überraschend gut. Dann stelle ich mir vor, dass es um Gott und mich geht – eine wunderbar tröstliche Übung.

Es gibt auch viele Liebeslieder, die von Gott handeln. Manche beschwören geradezu, wie sehr wir Gott lieben sollen. Mir gefallen die viel besser, die davon singen, wie sehr Gott seine Menschen liebt. Das ist dann tröstlich, ohne dass ich erst um zwei Ecken denken muss. Eins davon geht so, es heißt „Von der Zärtlichkeit Gottes“:

  1. Behutsam will ich dir begegnen, / dir zeigen, du bist nicht allein; / der Engel Gottes wird uns segnen, / als Licht an unsrer Seite sein.
  2. Mit Sanftmut will ich dich berühren, / dich stärken aus der großen Kraft; / wir werden Gottes Güte spüren, / die Leben und Vergebung schafft.
  3. Mit Liebe will ich dich umhüllen, / dich streicheln voller Zärtlichkeit; / und Gottes Geist wird uns erfüllen, / hier, heute und für alle Zeit.

Stellen Sie sich mal vor, Gott sagt den jeweils ersten Teil genau zu Ihnen. Lassen Sie sich vom zuversichtlichen zweiten Teil „hier, heute und für alle Zeit“ Mut machen.

Fühlen Sie sich in dieser berührungsarmen Zeit von Gott gestreichelt. Er kann uns trotz Kontaktverbot berühren. Das prickelt dann nicht auf der Haut, sondern von innen.

Ihre Pastorin Birte Wielage

Text des Liedes: Eckart Bücken © tvd-Verlag, Düsseldorf