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Sehr geehrte Besucher*in,

Herzlich willkommen!

Hier finden Sie von montags bis samstags neue Gedanken und Impulse. Sie sollen Ihnen Mut und im besten Fall auch Freude machen.

Die kleine Reihe „Schöne Wörter“ aus der vergangenen Woche finden Sie oben auf der Seite unter dem Menüpunkt Aktuelle Angebote.

Für die Sonntage finden Sie dort Hinweise und Links auf längere Beiträge im Youtube-Kanal der Kirchengemeinde sowie auf Texte.

Wir lassen Sie nicht allein und bleiben gerne mit Ihnen in Verbindung.

Noch weniger lässt uns Gott allein. Sein Segen ist mit uns, jeden Tag, auch wenn wir ihn nicht sehen.

Ihr Team der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hude

Flucht und das Zuhause

Gestern war das große Ganze im Blick, der Gegensatz zwischen Krieg und Frieden. Heute soll es um einen Ausschnitt davon gehen. In dieser Ausnahmesituation, in der sich die Welt befindet, hilft nicht nur der Grundgedanke „Es gibt was Schlimmeres“. Es hilft auch der Blick auf Teilbereiche dessen, was jetzt so ungewohnt ist.

Es ist richtig, dass zum Schutz aller Menschen – und ja auch zu unserem eigenen! – die Geltung von Grundrechten ausgesetzt ist. Eins davon ist die sogenannte Freizügigkeit, also die freie Wahl nicht nur des Wohnortes, sondern auch des Aufenthaltsortes. Wir sind nicht mehr frei, uns wann wir wollen zu treffen mit wem wir wollen, zu verreisen und unsere Freizeit weiter so zu gestalten wie wir es gewohnt waren. Genau diese Aufzählung zeigt schon auf, wohin der Dienstagsgedanke führen soll. Denn was wir als selbstverständlich erlebt haben, ist auf der Flucht gar nicht denkbar. Darum folgt wieder eine kleine Aufzählung.

  1. Wer fliehen muss, lässt seine schützenden vier Wände zurück, weil sie keinen Schutz mehr bieten. Wir (wenn gerade nicht selbst im Krankenhaus oder obdachlos) sind nun verpflichtet, zu Hause zu bleiben. Den meisten Menschen gelingt es auch dann, wenn die Mittel begrenzt sind, die Wohnung zu einem Ort zu machen, der „schön“ oder „gemütlich“ ist. Diesen Rückzugsort aufgeben müssen, ist etwas grundlegend Anderes als verordnetes Daheimbleiben.
  2. Wer flieht, wird in der Regel von seiner Familie getrennt. Angehörige sind zuvor vielleicht schon in Kriegshandlungen gestorben und fliehen kann nur, wer überlebt hat. Oder die alten Eltern können nicht mit, weil die Strapazen der Flucht zu groß wären. Niemand weiß, ob es ein Wiedersehen gibt. Wir dagegen sehen uns jetzt zwar nicht persönlich, haben aber viele Kontaktmöglichkeiten – und müssen vor allem niemandem einfach seinem Schicksal überlassen.
  3. Wer flieht, kann nicht viel mitnehmen, weil es getragen werden muss. Mit dem Auto wird nur selten geflohen. Was müssten wir alles zurücklassen, wenn wir nicht mehr als einen Koffer und einen Rucksack packen könnten?
  4. Die verordnete Zeit, die jetzt Familien mit Kindern miteinander verbringen, wird in Berichten gerade erstaunlich oft als etwas Schlimmes dargestellt. Ist das wirklich so? Natürlich sind Krisen und Probleme jetzt nicht einfach gelöst. Es wird weiter hinter verschlossenen Türen Gewalt ausgeübt. Aber passiert für viele andere jetzt nicht genau das, was sie sich schon oft gewünscht haben: Mehr Zeit für die Familie haben? Auch gelangweilte und quengelnde Kinder sind nicht so schlimm wie es ist, wenn die eigenen Kinder im Flüchtlingslager spielen müssen oder wenn das eigene Kind auf einem langen Marsch im Flüchtlingstreck erfroren zurückgelassen werden muss. Es leben bei uns noch so viele Menschen, deren Geschwister als Kleinkinder auf der Flucht ums Leben gekommen sind!
  5. Wenn wir zu Hause bleiben, sind wir vor Ansteckung sicher. Wer flieht, ist längst noch nicht in Sicherheit. Das Mittelmeer als Fluchtweg wird längst als größtes Grab der Welt bezeichnet. Wir sterben nicht vom Zuhausebleiben.

Wieder ist das alles nicht vollständig. Aber ich wünsche der Weltgemeinschaft, dass unser Verständnis für Flüchtlinge überall auf der Welt größer wird. Sie zu schützen, ist ein wichtiger Grundsatz, der sich durch die ganze Bibel zieht.

Bleiben Sie gesund und behütet!

Ihre Pastorin Birte Wielage

Krieg und Frieden

Kleines Vorwort zur Woche.

Diese zweite Woche mit den Gedanken und Denkanstößen hat (nach „Schöne Wörter“ in Woche eins) nun die Überschrift „Ermutigende Gegensätze“. Eigentlich sollten es nur „Gegensätze“ werden. Aber eine ermutigende Rückmeldung hat mir nahe gelegt, das Hoffnungsvolle schon in der Überschrift sichtbar werden zu lassen. Nichts Anderes ist zumindest die Absicht dieser kleinen Texte: Dass die Lesenden – in einem fordernden Beruf oder ohne Aufgabe, ob in Haus oder Wohnung, mit Familie oder allein – wenigstens einmal am Tag in dieser schwierigen Zeit einen Hoffnungsschimmer sehen.

„Krieg und Frieden“ als erster Gegensatz ist gleich ein ziemlicher Klopper. Noch dazu am Montag. Geht’s nicht eine Nummer kleiner? Nein. Denn ein kluger Trost in fast allen Lebenslagen ist der Satz: „Es gibt was Schlimmeres.“ Wer gerade von einem schweren Schicksalsschlag getroffen wurde, mag das oberflächlich finden. Für Trauernde stürzen Lebensentwürfe zusammen und die Welt steht still. Aber in dieser Ausnahmesituation, in der sich die ganze Welt gerade befindet, gilt trotzdem: Krieg ist schlimmer.

Ich bin im Jahr 1976 geboren und weiß um Kriege nur aus dem Geschichtsunterricht, aus den Nachrichten, aus Büchern und Filmen. Es ist ein großes Glück, dass ich noch nie in einem Kriegsgebiet war. Ich arbeite auch nicht in einem italienischen Krankenhaus und musste noch nie entscheiden, ob jemand leben darf oder sterben muss. Dennoch denke ich in diesen Tagen manchmal: Jetzt haltet doch mal den Ball flach! Darum unternehme ich den Versuch, Dinge in ein Verhältnis zu setzen.

  1. Angst. Menschen leben zurzeit in Angst. Die größte Angst ist die, dass Angehörige sich infizieren und sterben (oder man selbst). Nun ist das Virus ist nicht sichtbar. Aber wieviel größer muss die Angst sein, wenn Fliegerstaffeln Bomben abwerfen und die Sirenen heulen?
  2. Todesfälle: Die Zahl der Toten, die am Coronavirus gestorben sind, machen betroffen, die aktuellste Zahl ist 30.105. Das ist weltweit die Einwohnerzahl einer „Mittelstadt“ zwischen Klein- und Großstadt. Die Zahl wird steigen. Aber während des Zweiten Weltkriegs wurden 65 Millionen Menschen getötet. Diese Zahl ist so unvorstellbar hoch, dass Sie nur geschätzt werden kann, und entspricht der Einwohnerzahl von Frankreich. Davon sind wir weit entfernt.
  3. Tote im Verhältnis zu Einwohnerzahl. Im Zweiten Weltkrieg sind mehr als 9,2 % der gesamten Bevölkerung in Deutschland, Soldaten und Zivilisten, getötet worden. Zurzeit sterben in Deutschland ca. 0,5% der Infizierten.
  4. Keine Zerstörung. Im Krieg wird gezielt die Infrastruktur zerstört. Wir sehen dagegen gerade, wie Umstrukturierung funktioniert (Kreuzfahrtschiffe als Lazarett, Schnapsbrennereien stellen Desinfektionsmittel her...)
  5. Keine Gewalt. Kriege setzen eine Gewaltspirale in Gang. Menschen werden gezielt getötet, verstümmelt und verletzt. Wir dagegen stehen vor den Folgen einer neuen Krankheit, die niemand wollte.
  6. Kein Kampf. Wer jetzt gefordert ist, soll helfen. Nicht kämpfen. Wir erleben sogar eine Welle der Hilfsbereitschaft von Menschen, die dazu gar nicht aufgefordert wurden.
  7. Einfluss. Zivilisten können den Verlauf eines Krieges nicht beeinflussen. Aber jeder und jede von uns kann durch verantwortungsvolles Verhalten dazu beitragen, dass sich das Virus weniger verbreitet.

Das ist nicht vollständig, aber ich höre auf. Was fällt Ihnen ein?

Ja, es gibt Angst und Sorgen. Aber ich bleibe dabei: Krieg ist schlimmer.

Ach ja, auch Gott hat dazu durch alle Zeiten hinweg etwas zu sagen: „Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ (Jesaja 29,11)

Gott schütze Sie.

Ihre Pastorin Birte Wielage

P.S.: Hier noch ein sehr ermutigender Text des Zukunftsforschers Matthias Horx. Lesenswert!

Für Sonntag gibt es wieder gottesdienstliche Angebote für alle Altersgruppen: "Wir und die Arche", so heißt der Gottesdienst, den Jugendliche zusammen mit Pastor Reiner Backenköhler gestaltet haben. Ursprünglich sollte dies ein Gottesdienst für Jugendliche und Konfirmanden werden. Doch in diesen Zeiten ist es noch wichtiger, Gottesdienst nicht nebeneinander sondern füreinander zu gestalten. Darum ist dieser Gottesdienst nun von und mit Jugendlichen für alle Gemeindeglieder aufgenommen worden. 

"Wir sind die Arche", Gottesdienst zum 29. März 2020

Für die Kinder gibt es wieder "zwei Geschichten", so heißt es auch immer im Kinder- und Famiiengottesdienst. Diese Woche erzählt Pastor Reiner Backenköhler je eine Gechichte von Jesus und eine von "Lisa mit den Zöpfchen".

Lisa mit den Zöpfchen vom 28. März 2020

Zufriedenheit

Es ist mehr als nur Anpassungsfähigkeit oder Schönreden, wenn Menschen zufrieden sind, die nur wenig haben oder gerade eine Lebenskrise durchmachen. Ihre Zufriedenheit ist eine Haltung. Diese Haltung strahlt aus. Menschen, die erzählen, dass es ihnen doch gut geht, haben nicht resigniert. (Diejenige, die sich das Trotzdem! mit Ausrufezeichen dann dazu denkt, bin ich.) Ihre Körperhaltung ist aufrecht, nicht zusammengesunken. Ihr Blick ist wach. Liegt das daran, dass ihre Augen schon so viel gesehen haben? Oder daran, dass die Neugier eine Schwester der Zufriedenheit ist? Das Alter hat die Stimme vielleicht ein wenig zittrig gemacht. Aber sie ist ruhig, nicht laut oder aufgeregt. Laut werden nur die Unzufriedenen.

Wenn ich an zufriedene Menschen denke, fallen mir fast nur Männer und Frauen jenseits der 70 ein. Auch Kranke sind darunter. Sie nehmen die körperlichen Einschränkungen als Begleiterscheinung des Alters an.

Unzufriedenheit ist offenbar leichter, denn „irgendwas ist immer!“ Aber ist das, was uns klagen lässt, nicht oft eine Kleinigkeit? Mich beeindruckt die Fröhlichkeit der alleinerziehenden Mutter, die günstig einkauft, täglich kocht und ihren Töchtern ein behütetes Zuhause gibt, obwohl das Geld nie reicht. Denn trotz aller Privilegien ist auch bei mir „immer irgendwas“.

Wie lange die Corona-Krise dauern wird, ist nicht absehbar. Wie viele Menschen jetzt verzweifelt sind, weil ihr Einkommen wegbricht, ist nicht gezählt. Es ist wohl kein Zufall, dass in unserer „Brotnation“ Mehl und Hefe mit am schnellsten ausverkauft waren. Brot im Haus zu haben – oder backen zu können – ist wesentlich. Es war auch Angst, die Regale geleert hat. Aber vielleicht war es auch eine Besinnung auf das Wesentliche. Darum soll diese erste kleine Reihe enden mit einem Gedicht von Reiner Kunze (geb. 1933). Es lehrt mehr als Zufriedenheit. Es lenkt auch den Blick auf die anderen und auf Gott.

Fast ein Gebet

Wir haben ein Dach

und Brot im Fach

und Wasser im Haus,

da hält man's aus. 

Und wir haben es warm

und haben ein Bett.

O Gott, daß doch jeder

das alles hätt'!

 

Bleiben Sie behütet!

Ihre Pastorin Birte Wielage

 

Gelassenheit

Es ist alles so ruhig. Auf den Straßen ist viel weniger Verkehr. Der Lärm der vorbeifahrenden Autos ist fast verschwunden. Bisher ist mir auch nie aufgefallen, dass es im Supermarkt laut ist. Aber jetzt ist es selbst da irgendwie still. Aus den Lautsprechern kommt weiterhin Musik, aber das ist schon alles. Und wenn ich es eilig habe, dann poltere ich normalerweise durchs Haus. Jetzt ist auch nichts eilig. Draußen und innerlich sind die Lautstärkeregler herunter gedreht.

Für alle, die kleine Kinder haben, ist das Leben wahrscheinlich lauter geworden. Die ganze Energie der Kurzen muss sich ja irgendwie entladen. Wie gut wäre es, wenn alle Familien wenigstens einen Garten hätten! Dafür erholen sich jetzt hoffentlich die Ohren von Erzieherinnen. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie sie es in den Kitas eigentlich stundenlang ohne Gehörschutz aushalten.

Abgesehen von den Berufsgruppen, die gerade unter besonderer Anspannung stehen, macht sich nach meinem Eindruck bei den Menschen gerade so etwas wie innere Ruhe breit. Zu innerer Ruhe kann man auch „Gelassenheit“ sagen – das schöne Wort für Tag fünf.

Diese Wahl soll Sorgen nicht leichtfertig beiseite schieben. Die finanziellen Engpässe haben ein ungekanntes Ausmaß. Die geschnürten Hilfspakete aber auch. Nicht umsonst gibt es in vielen Landstrichen Redewendungen, die Gelassenheit hervorheben. Der Kölner sagt: „Et hätt noch immer jot jejange“, also „es ist noch immer gut gegangen“ in der Bedeutung von „immer mit der Ruhe“. Das kann sogar funktionieren, wenn die Ruhe so wie jetzt gewissermaßen verordnet ist. Wenig anders ist der plattdeutsche Ausspruch: „Wat mutt, dat mutt“. Es ist eben nicht zu ändern.

In christlichen Texten bedeutet Gelassenheit „Gottergebenheit“ – vor meiner kleinen Recherche wusste ich das gar nicht. Ergeben sein schreit normalerweise nach Aufstand. Aber in diesem Fall ist es genau so. Gelassenheit lässt uns vertrauensvoll alles in Gottes Hand legen. Dann können wir in unseren Häusern vielleicht sogar sagen: „Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“ (Psalm 4,9)

Gelassenheit und keine Sorgen wünscht

Ihre gelassene Pastorin Birte Wielage

Vertrauen

Tag vier in dieser kleinen Serie. Wann ging das eigentlich los mit Corona? Die Tage habe ich festgestellt: In den Kirchengemeinden jedenfalls viel später als in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. Diese Verzögerung hat mich nachdenklich gemacht. Ist da was in der Nachrichtenübermittlung schief gelaufen? Waren wir nicht aufmerksam genug? Wahrscheinlich trifft beides nicht zu. Denn wer gerade zu entscheiden hat, wer wann was erfährt, vollzieht einen Drahtseilakt. Es muss sorgsam abgewogen werden zwischen den beiden Polen zu früh (Panikmache) und zu spät (Fahrlässigkeit). Mir scheint, dass das in unserem Land gut gelingt.

Drahtseilakte sind die gefährlichen Nummern von Seiltänzern. Die Höhe ist schwindelnd, und meistens fehlt das Netz. Die Seiltänzerin balanciert auf einem gespannten Seil mit nichts einer langen Stange für besseres Gleichgewicht. Das braucht Mut, um da überhaupt nach oben zu klettern. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten muss groß sein. Diese Art von Gefahr fand ich schon immer überflüssig: Wie kann jemand sein Leben riskieren, nur damit andere staunen und ihre Nerven gekitzelt werden?

Das Leben und diese besonderen Zeiten lassen einem aber manchmal keine andere Wahl. Auch das geht nicht ohne Vertrauen. Entscheidungsträger können sich nicht wegducken. Sie müssen den Experten vertrauen. Die Experten vertrauen ihren wissenschaftlichen Fähigkeiten und anerkannten Forschungsstandards. Wir Mustermänner und Musterfrauen brauchen Vertrauen, dass alles funktioniert, die Politik, das Gesundheitswesen und die Presse. Wir haben Grund für dieses Vertrauen, denn wir leben in einer funktionierenden Demokratie, haben ein stabiles Gesundheitswesen und eine freie Presse. Das ist alles andere als selbstverständlich.

Aber wenn wir dann doch fallen in die Untiefen von Angst oder Einsamkeit? Unser Netz unter dem Drahtseil des Lebens ist Gott. Niemand hat das voller Gottvertrauen schöner beschrieben als der Dichter Rainer Maria Rilke (1875-1926) im Gedicht „Herbst“: Es ist „Einer, der dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.“

Wer jetzt weiterlesen möchte, nur zu! Der Mann hat’s wirklich drauf gehabt. Wunderschön auch: „Zum Einschlafen zu sagen“. Sein „Panther“. Hach... Für alle, denen bis hier der Frühling gefehlt hat, noch zwei Verse von Rilke. Sie sind wie für diese Tage geschrieben: „Ein Tor geht irgendwo / Draussen im Blütentreiben“.

Schöne lyrische Entdeckungen wünscht Ihre Pastorin Birte Wielage

P.S.: Kleine Buchhandlungen freuen sich gerade sehr über Bestellungen 😉

Humor

Die Wochenmitte ist erreicht, und damit ist es Zeit für ein bisschen Humor. Es ist richtig, die Krise ist ernst. Die Situation ist weltweit und bei uns in Deutschland für viele Menschen ernst. Das ist zu sehen an der Nachrichtenlage und an den leeren Straßen. Beim Einkaufen machen wir inzwischen einen Bogen umeinander und kaum noch den Mund auf, um auch nur zu lächeln. Trotzdem ist es wichtig, dass wir den Humor und das Lachen nicht verlieren.

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. In dieser Redewendung stecken Trotz und Widerstand. Diese allgemeine Formulierung sagt gerade dadurch viel aus, dass sie nicht benennt, wem oder was zu trotzen ist. Die Allgemeinheit macht den Satz so gültig. Denn Humor hilft dabei, Angst zu besiegen. Darum blüht der Witz in Zeiten von Bedrohung – auch eine Form von Frühling. So wie jetzt, wenn von Piloten im Homeoffice erzählt, Fotomontagen mit dem Smartphone verschickt und umgedichtete Liedtexte gesungen werden. Ich kann darüber lachen und weiß: Lachen verbindet.

Echter Humor ist nicht Schadenfreude und überschreitet auch die Grenze zur Geschmacklosigkeit nicht. Die vielen Witze über Hamsterkäufe nehmen nicht Menschen, sondern ihr Verhalten aufs Korn. Darüber zu lachen befreit von der spürbaren Anspannung. Lachen ist gesund!

Sogar die Bibel ist viel lustiger als man meinen könnte. Im 4. Buch Mose beispielsweise (Kapitel 22) ist ausgerechnet eine Eselin klüger als der Prophet Bileam. Das ist keine Nummer für einen Comedian, aber eine urkomische Erzählung und nur eins von wirklich vielen Beispielen. Dass Jesus gelacht hat, wird im Neuen Testament zwar nicht berichtet, aber es ist kaum vorstellbar, dass er das NICHT getan hat – schlagfertig wie er war.

Werden wir also wie die Kinder. Die lachen vierhundertmal am Tag. Erwachsene nur zwanzigmal. Ist das nicht traurig?

Ihre Pastorin Birte Wielage

Hilfsbereitschaft

Ein zweites schönes Wort ist Hilfsbereitschaft. Es gab sie schon immer und es wird sie immer geben. Sie beschreibt noch nicht einmal die Hilfe selbst, sondern die Bereitschaft dazu. Für diese Bereitschaft braucht es zwei Voraussetzungen.

Die erste ist: Ich muss von mir selbst absehen können. Wenn die Freundin anruft, weil es ihr nicht gut geht, bleibt der Putzlappen liegen. Wenn jemand gefallen oder verunglückt ist, wird der Weg zu Fuß oder im Auto unterbrochen. Zu Hause bleiben um der Menschen willen, die sich nicht anstecken sollen, ist eine Veränderung des Alltags. Hilfe unterbricht und verändert Routine, Abläufe, Wege und Verhalten. Hilfsbereitschaft rechnet damit und fürchtet keine Konsequenzen.

Die zweite Voraussetzung ist: Ich brauche wache Sinne. Die Ohren hören auch die unausgesprochene Not. Die Augen sehen hin und nicht weg. Das Herz lässt sich anrühren. Das Bauchgefühl wird zum wichtigen Ratgeber.

Ich ahne, dass es in unserer Gesellschaft die Zeit vor und die Zeit nach Corona geben wird. Es brauchte Kampagnen, um Rettungsgassen zu erklären. Es verging kaum ein Tag, an dem nicht über Gaffer und Übergriffe gegen Rettungskräfte berichtet wurde. Und jetzt? Menschen halten zusammen, über Staatsgrenzen hinweg. Noch nie habe ich so oft von Engagement, Kreativität und Verständnis gehört wie in diesen Tagen. Das alles ist Hilfsbereitschaft.

Jesus hat gesagt: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40) Die „Geringsten“ sind jetzt die Erkrankten, die Isolierten, die Überlasteten und die am Rande ihrer Existenz stehen. Auch, wenn wir nicht heilen und keine Existenzen retten können, ist eine Menge Hilfe möglich, wenn wir nur bereit dazu sind. Einen Gang runter schalten, danke sagen, geduldig sein hilft schon allen. „Unsre Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (Psalm 124,8)

Seien wir bereit dazu und packen wir es an. Gemeinsam gegen Corona. Gemeinsam für eine freundlichere Welt.

Ihre Pastorin Birte Wielage

Zuversicht

Heute geht es los mit der kleinen Reihe „Schöne Wörter“. Worte sind nicht greifbar, man kann sie abtun als „leere Wörter“. Hier geht es um die mit Gehalt. Denn ein kleines Wort kann so Großes bedeuten.

Die Coronakrise verlangt von uns allen viel ab. Schon auf liebe Gewohnheiten verzichten müssen ist nicht zu unterschätzen. Unser Alltag braucht ja eine Struktur, damit wir uns wohlfühlen können. Soviel ist gerade neu und anders und ungewohnt. Darum soll die Zuversicht der Beginn sein.

Dabei kann ich die Zuversicht nicht einmal beschreiben. Hoffentlich ist sie einfach da! Früher gab es die Redeweise „sich zu jemandem versehen“, das bedeutet, „auf jemanden vertrauen“. Daher kommt das Wort Zuversicht. Die Zuversicht hat auch mit sehen zu tun: Sie sieht in die Zukunft. Wer zuversichtlich ist, glaubt, dass am Ende alles gut werden wird. Das fällt in diesen Tagen schwer. Schließlich weiß niemand, wie die Pandemie ausgeht. Aber das ist ja der Trick: Die Zuversicht braucht gar kein Wissen.

Ich bin jedenfalls zuversichtlich...

... dass unser Gesundheitssystem sehr gut funktioniert                                                  ... dass wir uns durch gegenseitige Rücksichtnahme helfen können                             ... dass die Hilfsbereitschaft größer bleiben wird als Rücksichtslosigkeit                     ... dass die Einsamkeit sogar weniger wird – jetzt, wo so viele Menschen aneinander denken                                                                                                                                      ... dass wir gemeinsam stärker sind als die Angst: wenn wir zuhören und trösten  Mal ehrlich: Ihnen fallen bestimmt auch fünf Sachen ein. Mindestens!                          Das ist ein guter Anfang.

Zuversicht finden wir auch in der Bibel. Eigentlich wollte ich bloß einen Bibelvers nennen. Aber die sind alle so toll! Also gibt es drei auf einmal:

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. (Psalm 46,2)

Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, / schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. (Psalm 62,9)

Der HERR ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. (Psalm 91,9)

Gehen Sie mit der Summe aus 5+3 in die Woche und bleiben Sie behütet!

Ihre Pastorin Birte Wielage

An diesem Sonntag stehen auf dem Plan Gottesdienste für alle Generationen, von den Kindern bis zu den Erwachsenen und Senioren, denn für den 22. März sind Kinder- und Familiengottesdienst um 11.11 Uhr und Erwachsenen- und Seniorengottesdienst um 15 Uhr geplant gewesen.

Aber Angebote für diese Generationen wird es nun wirklich an diesem Sonntag geben. Für alle Freunde des Kinder- und Familiengottesdienstes gibt es im Internet auf dem YouTube-Kanal der Evangelischen Kirchengemeinde Hude eine neue Michael-Melanie-und-Malte-Geschichte. Sie ist natürlich für alle Altersgruppen geeignet und Oma Meyer wird auch hier nicht fehlen. Ebenso finden Sie auf dem Youtube-Kanal auch eine 15-Minuten-Predigt zum Sonntag, den 22. März. Pastor Reiner Backenköhler spricht über den Bibeltext, der für diesen Sonntag festgelegt ist, Jesaja 66, 10-13. Thema: "Alle reden über Corona, wir auch, aber nicht nur, wir reden auch über Oma Meyer".

Diejenigen, die keinen Zugang zum Internet haben, können sich die Predigt an der Eingangstür zum Martin-Luther-Gemeindehaus 'pflücken'. Die Predigt wird auch in der St. Elisabeth-Kirche ausliegen.

Ebenso finden Sie auch die übliche Malaktion beim Martin-Luther-Gemeindehaus für die Kinder, die es immer im Kinder- und Familiengottesdienst gibt. Pflücken können Huderinnen und Huder auch 'Worte zum Mitnehmen'. An diesem Wochenende werden bei der Pastorei, Vielstedter Straße 48, und beim Martin-Luther-Gemeindehaus, Waldstraße 31, Wäscheleinen ausgespannt. Daran werden Worte zum Mitnehmen hängen. Jede und jeder, der dort vorbeikommt, darf ein Wort pflücken.